Die Bühne 66

Der Verein Bühne 66 Schwyz wurde 1966 gegründet.
Mitglied kann werden, wer während eines Vereinsjahres aktiv vor, auf oder hinter der Bühne mitgewirkt hat. Der Verein hat heute mehr als 130 Aktivmitglieder.
Die Stücke werden von der Spielkommission ausgelesen und in der Regel von einem Vereinsmitglied in Schwyzer-Mundart übersetzt.
Gespielt wird normalerweise ab Ende April bis Anfang Juni im Verenasaal in Ibach.

Geschichte

1961

Mit dem Stück «Der Herr in Grau» oder «Tanz um Seelen» von Iso Keller trat im Frühling 1961 eine lose Spielervereinigung im neuerbauten Verenasaal in Ibach an die Öffentlichkeit. Diese Theatertruppe nannte sich «Dramatische Gruppe Schwyz und Umgebung», spielte in der Hochdeutschen Sprache und hatte auf Anhieb mit dem genannten Stück einen Riesenerfolg. Dieser liess sich in den folgenden Stücken leider nicht mehr wiederholen – 1966 stand man vor dem Aus.

1966

Aus der losen Spielervereinigung entstand im Herbst 1966 ein Theaterverein. Träger dieses neuen Vereins waren hauptsächlich begeisterte Theaterspieler aus den Standesvereinen. Im Restaurant «Hofmatt» in Schwyz wurde im Oktober der neue Theaterverein gegründet, das Gründungsjahr gab den Namen: Bühne 66.

Das Signet der Bühne 66, welches ein lachendes und ein ernstes Gesicht zeigt, wurde vom ehemaligen Ibächler Zeichnungslehrer und Dichter Clemenz Mettler für die «Dramatische Gruppe Schwyz und Umgebung» entworfen. Die Bühne 66, die sich als Nachfolgerin dieser Spielgruppe betrachtet, hat darum auch deren Signet übernommen. In diesem Signet ist der Auftrag der Bühne, Ernstes und Heiteres zu spielen, künstlerisch treffend dargestellt.

1979

Mit «Dr Uuswanderer» oder «L’emigré de Brisbane» brachte die Bühne 66 das erste Freilichtspiel auf die Bühne. Aufgeführt wurde das Stück in sieben Aufführungen im Maihof Schwyz. Viktor Weibel übersetzte den Originaltext aus dem französischen, wobei er darauf verzichtete, den Handlungsort nach Schwyz zu verlegen. Die Typik der Menschen und des Ortes aus dem Stück sollten ungeschmälert erhalten bleiben.

1982

Das zweite Freilichtspiel folgte kurz darauf mit «Schiessbuude Clara» oder eben «Le tir de Clara» von Jean-Louis Roncoroni. Übersetzt wurde es wiederum aus dem französischen vom Ortsansässigen Viktor Weibel, stattgefunden hat es jedoch auf dem Schulhausplatz der Herrengasse in Schwyz.

1999

Die Zahlenkombination 33 Jahre Bühne 66 hat im Jahr ’99 dazu verleitet, den Schwyzerinnen und Schwyzern ein Geburtstagsgeschenk der besonderen Art zu machen: «Mutter Courage und ihre Kinder» als Freichlichtspiel.

2016

Die Bühne 66 Schwyz wird 50 Jahre alt. Ein guter Grund zu feiern. Ein guter Grund auch, auf gleiche Art zu feiern, wie schon immer gefeiert wurde – indem zum eigenen und des Gastes Wohl Theater gespielt wurde. Nach 2006 (Der Patriarch) und 2014 (Föhnsturm) hat die Bühne66 zum dritten Mal ein Werk in Auftrag gegeben: «Am Franz ä Chranz» feierte am 23. April 2016 Premiere und war ein weiterer Grosserfolg.

Die Bühne 66 blickt heute auf über 50 Jahre Theaterfaszination zurück. Das viele Herzblut und die grosse Lust an exzellentem Laientheater sind bis jetzt unverändert, stetig wächst jedoch der Anspruch an ausgefallenere und aufwändigere Inszenierungen, Bühnenbilder und Kostümierungen. Fest steht: Die Bühne 66 bleibt nicht stehen, es bleibt spannend.

Erhaltene Preise

1986
Anerkennungspreis des Kantons Schwyz

2000
Anerkennungspreis der Albert Köchlin Stiftung für ihre jahrelange Pflege und Förderung des guten Laientheaterspiels und ihren Einsatz für den Theaternachwuchs.

2006
Kulturpreis der Gemeinde Schwyz

2007
Theatertage Aarau: Aarauer Bühnenbrett – Publikumspreis 2. Rang

Mehreren Mitgliedern wurde von der Kulturkommission der Gemeinde Schwyz ein Jahresbild überreicht.

Vorstand & Spiko

Die Bühne 66 setzt sich aus dem Vorstand, der Spielkommission (Spiko) und den Mitgliedern zusammen. Aktuell zählt der Verein über 130 Mitglieder.

VORSTAND

Renato Küttel, Präsident
Andrea Schuler, Aktuarin und Vizepräsidentin
Markus Meyer, Kassier
Valentina Schmidig-Beffa, Administration
Peter Reichmuth, Beisitzer
Fabienne Betschart, Beisitzerin

SPIKO

Georg Suter
Adalbert Spichtig
Simona Beffa
Petra Zurfluh
Ruth Feubli 

Statuten

Unter dem Namen „Bühne 66 Schwyz“ besteht ein Verein Sitz in Schwyz. Als Mitglied des ZSV (Zentralverband Schweizer Volkstheater) bezweckt der Verein die Pflege und Förderung des guten Laienspiels durch regelmässige, öffentliche Aufführungen. Wenn möglich sollte pro Jahr mindestens ein abendfüllendes Theaterstück aufgeführt werden. Der Verein pflegt auch die Geselligkeit unter den Mitgliedern.

Sprache

In den Statuten setzte man sich anno dazumal das Ziel, gute und anspruchsvolle Theaterliteratur auf der Bühne umzusetzen. In der Frage der Theatersprache entschied man sich für die Schwyzer Mundart. In ihrer Vielfalt beherrschten diese damals mehr oder weniger alle, das Bühnenhochdeutsch kaum jemand.
Statt auf die Sprache konnten sich die Spieler auf den Charakter, das Agieren und die Feinheiten der darzustellenden Figuren konzentrieren. Am damals getroffenen Entscheid braucht auch heute nicht gerüttelt zu werden. Dieser Entscheid hatte aber auch Konsequenzen: Die Übersetzung in die Mundart setzte ein aussergewöhnliches Kennen des «Schwyzertüütschs» voraus. Nur dies gab die Gewähr, dass die gewählten Werke inhaltlich nicht verfälscht und im Sinne des Autors aufgeführt wurden.

Der Verein Bühne 66 ist Mitglied beim Zentralverband Schweizer Volkstheater (ZSV) sowie dem Regionalverband Zentralschweizer Volkstheater (RZV)